Im Fjordland

Hach, Sonnenschein, da könnten wir uns dran gewöhnen. Von Bluff ganz im Süden fahren wir weiter ins Fjordland. Die Strecke ist eigentlich gar nicht so weit, aber wir brauchen doch einiges an Zeit, da es sich lohnt hinter jeder Kurve anzuhalten und etwas neues zu entdecken.

Die Küste entlang    und noch mehr Küste

Von der Küste gehts in süd-westlicher Richtung weiter. Das Fjordland - das klingt doch mal nach Norwegen. Und was verbindet man mit Norwegen? Richtig: Nebel und Regen. Wir sehen schon wieder Wolken hereinziehen. Wolken mögen wir nicht so sehr, und wie soll das bitte am nächsten Tag werden, wo wir doch geplant haben den Milford Sound zu besuchen. Kurzentschlossen fahren wir am Campingplatz vorbei und schaukeln die zwei Sunden an den Milford Sound bevor der Regen kommt. Auf dem Weg dorthin kommen erst mal eine Menge an Sumpflandschaft und Berge.

Moor    Spiegelseezugang

Wenn unsere Zeitplanung hinhaut, kommen wir eine Stunde vor Sonnenuntergang, sprich gegen fünf Uhr abends dort an. Aber erst wird am Spiegelsee gehalten. Ist es das, was wir vermuten oder sollte es sich doch um einen "Outdoor Schminktisch am See" handeln. Nein, es ist wirklich ein See in dem sich die Landschaft spiegelt. Fehlt nur noch der Sonnenschein.

Damits auch jeder kapiert    der Name ist Programm

Weiter gehts. Beim nächsten Stop werden wir misstrauisch. Wir haben schon von den Keas gehört, kleine, fiese, hinterhältige Bergpapageien (eben keine Kakapos). Ziemlich intelligente Vögel, die gelernt haben dass es überall wo Menschen sind auch was zu essen gibt. Und Neugierig sind die wie sonstwer. Kein Scheibenwischer und keine Türdichtung bleibt vor denen sicher. Glück für uns, die waren wahrschinlich von den Touristen vor uns schon gefüttert worden und wollten bei dem Wetter nicht mehr raus.

Nicht füttern    Herbstimmung in den Bergen

Wie geplant sind wir eine knappe Stunde vor Feierabend am Milford Sound angekommen. Die meisten Touristen waren schon weg, dafür waren massenhaft Wolken da um Stimmung zu machen. Da macht der Dynamikumfang von unseren Nikons nicht mehr mit. Also gibts ein Bild, so gut es eben geht und ein Bild das geschummelt ist (oder wie der Fachmann sagt: High Dynamic Range Image).

Milford Sound    HDRI, das geschummelte :-)

Und es war ein weiterer Glanzpunkt unserer Reise. Zumindest für Stephan. Hier im Milford Sound wurde 1981 der letzte Kakapo der Gegend gefunden und auf eine sichere Insel evakuiert, wo ihn keine anderen Tiere einfach fressen können. Alles ist gut!

Kakapoinfos    alles gut!

Und dann hat die Wolkendecke aufgerissen und einzelne Sonnenstrahlen haben Teile der Berge ausgeleuchtet. Wow, wie auf den kitschigen Jesusbildern, kein Wunder am Ostersonntag. Auch hier gibts ohne Stativ fast keine brauchbare Bilder. Aber wir habens gesehen, und das ist mal die Hauptsache.

Sonne    Strand, nicht Sand

Laut Wetterradar gibts am nächsten Tag Wolken oder Regen oder Sonne. Hmmmm, also was jetzt. Wir lassens einfach drauf ankommen und buchen einen Tagesuasflug zum Doubtful Sound. Wenn der schon "Zweifelhaft" heisst, dann zweifeln wir einfach am schlechten Wetter. Morgens um sieben gehts los, und da ist die Welt bekanntlich ja noch in Ordnung.

Manapouri See    Manapouri See

Um an den Doubtful Sound zu kommen gehts erst mal über den Manapouri See. Früh morgens ist das Licht ziemlich genial und wir sehen sogar einen Regenbogen. Für uns Halbchinesen ist das mal wieder eine echte Sensation, für die Kiwis hier eher langweilig. Beim Anlegen am anderen Ufer sehen wir das grösste Wasserkraftwerk von Neuseeland, dazu später mehr. Wir steigen in den Bus um und fahren über den Wilmont Pass. Den gibts nur wegen des Kraftwerks, also Glück gehabt, sonst würden wir gar nicht in das Fjord kommen.

Wasserkraftwerk    Wilomnt Pass - im Regen

Und dann sind wir am Doubtful Sound. Wieso heissen die ganzen Fjorde hier eigentlich Sound?  Ein Fjord ist ein von Gletschererosion in die Landschaft gefressenes enges Tal mit steilen und hohen Rändern, das mit Meer- oder Flusswasser gefüllt ist. Ein Sound ist eine grossgeratene Bucht, die zu tief ist. Hmmmm, egal, erst mal aufs Boot. Der Reiseführer hat uns Tiere versprochen, also mal schauen was da kommen wird.

voll ausgerüstet    Reiseführer und Kapitän

Noch regnets, das sind wir ja schon gewöhnt. Aber langsam wirds weniger und wir sehen mehr und mehr vom Fjord/Sound während wir dahintuckern. Zeit haben wir ja, der Fjord/Sound ist gerade mal 40km lang bevors rausgeht in die Tasmanische See.

los gehts    Regenwald

Wie ihr seht sind wir auf der Westseite der Insel angekommen. Das erkennt man am Regenwald. Der Name Regenwald kommt von der einen Seite von Wald, von der anderen..... ach lassen wir das. Der Boden hier besteht aus Felsen. Darauf krallen sich die Bäume fest und es entsteht eine ganz dünne Erdschicht. Die ist nicht so Rutschfest wie sie sein sollte, so gibt es ab und zu Baumlawinen. Aber keine Sorge, das wächst alles wieder nach.  Wie so oft hatten wir auch hier wieder Glück und die Sonne hat sich hervorgewagt. So muss es sein.

Baumlawinenschneisse    Schönwetter am Soundfjord

Und wie versprochen haben wir Tiere gesehen. Zumindest zwei der drei versprochenen, die Delfine waren soweit weg, dass niemand wirklich daran geglaubt hat. Aber die Robben auf der Doubtful Sound Renomiermeile waren da und ein Schwarm (oder ist es ein Rudel) Pinguine sind herumgeschwommen. Das Pinguinbild ist ein Suchbild, die Tierchen hier sind nur ca. 20cm Gross.

Renomierrobben    Pinguinsuchbild

Der Kapitän hat uns dann noch ein wenig Action gezeigt indem er vom ruhigen Sound/Fjord in das Tasmanische Meer rausgefahren ist. Nur 15 Minuten, aber die haben uns ordentlich durchgeschaukelt. Und das bei einem ruhigen Tag. Wow. Apropos ruhig, auf der Rückfahrt gab es einen absoluten Höhepunkt. In einem Seitenarm des Fjords hat das Boot gehalten, den Motor und sämtliche Maschinen abgestellt und wir haben die nahezu absolute Stille erfahren können. Nahezu deshalb, will zwei Chinesen durchs Boot gestapft sind und eine Touristin nicht mit dem Fotografieren aufgehört hat. Aber sonst absolut still. Wahnsinn.

in der Stille    in der Stille

Zurück über den Pass haben wir noch das 1971 eingeweihte Wasserkraftwerk besucht. War im Ausflugspaket mit dabei, also schauen wir uns das auch an. Die Manapouri Power Station erzeugt 850 Mega Watt rein durch das Wassergefälle zwischen dem See und dem Fjord. Das Problem beim Bau war nur, dass dazwischen Berge und ein Pass sind. Also gibts nur eine Lösung: Tunnel graben und die Generatoren unten im Berg verstecken. Wir sind erstmal mit dem Bus in den Berg rein und runter gefahren.

Spiraltunnel im Berg    ja, der Bus passt rein

Die (Siemens) Generatoren stehen in einer 2000 Quadratmeter grossen und 40 m hohen Halle. Mitten im Berg. Cool. Die Kiwis erzeugen soviel alternative Energie dass es sich sogar lohnt Bauxit aus Australien zu importieren und Aluminium daraus herzustellen. Da die Energie so günstig ist. Gell Frau Merkel, geht doch, auch wenns alternativlos ist. Neuseeland ist nämlich das einzige Kernspaltungsfreie Land. Keine AKWs. Das hat das Volk abgestimmt nachdem Frankreich die Rainbow Warrior von Greenpeace im Hafen von Auckland versenkt hat. Deshalb gabs auch Stress mit den Amis, da in Neuseeländischen Gewässern keine atomgetrieben Schiffe mehr erlaubt sind, also auch keine Ami Militärschiffe....

Turbinenraum im Fels    und immer die Taschenlampe dabei haben

Natürlich war am Rückweg wieder herrlicher Sonnenschein, so wie es sich gehört. Da wo die Regenwolken hängen sind wir gewesen.

so muss es sein    und mehr Stimmung

Am Campingplatz erst mal unter die Dusche und dann, tja, was dann. Es ist noch zu früh zum Abendessen also gehen wir noch in Te Anau und am Te Anau See spazieren. Natürlich bei strahlendem Sonnenschein.

Campingplatz    Dino Futter

Hier könnten wirs aushalten. Wenn Neuseeland nicht sooo weit weg wäre und wenn die Preise etwas günstiger wären und wenn es eine Industrie gäbe, die einen Arbeitsplatz für Stephan hätten, tja, dann könnten wir uns das doch gleich überlegen.

Uferstimmung    und mehr Dino Futter

Die nächste Etappe führt uns nach Queenstown, einer unserer Fotos braucht einen Boxenstop, aber das ist wie immer eine andere Geschichte.......
 

Fotografen

Making Of....
 
....wir im Einsatz beim Fotografieren.....

Fotografen

Fotografen

Fotografen

Fotografen